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Kreuzfahrt News - Schifffahrtsnachrichten

Nun wurde das Engagement der Reederei Cassen Eils mit dem „Blauen Engel für umweltfreundliches Schiffsdesign“ ausgezeichnet.

Technischer Kern ist ein vakuumisolierter LNG-Tank von 45 m³ Fassungs-vermögen, in welchem flüssiges Gas gelagert wird. Das LNG (Liquefied Natural Gas) ist Methan, welches auf minus 162 °C heruntergekühlt und dadurch in einem flüssigen Zustand ist. Weiterhin ist es auf 6/100 seines Volumens reduziert, wodurch es eine sehr hohe Energiedichte aufweist. Im Vergleich zu Schiffsdiesel hat es eine deutlich bessere Umweltbilanz, da es 20% weniger Kohlendioxid (CO2), 90 bis 95% weniger Stick- (NOX) und Schwefeloxide (SOX) sowie nahezu keinen Feinstaub produziert.

Dafür hat eine unabhängige Jury MS „Helgoland“ nun mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Inhaber des Umweltzeichens ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, welches durch das Umweltbundesamt in fachlicher Hinsicht unterstützt und durch die RAL gemeinnützige GmbH als Zeichenvergabestelle vertreten wird. Henning Scholtz, Leiter Bereich Umweltzeichen bei RAL ergänzt: „Der Blaue Engel ist das älteste Umweltzeichen der Welt. Es zeichnet Produkte und Dienstleistungen als umweltfreundlicher aus, als vergleichbare konventionelle. Außerdem garantiert der „Blaue Engel“, dass die hohen Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften eingehalten werden.“

„Wir haben seit Indienststellung rund 2.000 Tonnen LNG getankt“, erklärt Peter Eesmann, Geschäftsführer der Reederei Cassen Eils, „das entspricht rund 2,62 Mio. Litern Marine-Diesel, die wir eingespart haben.

Gleichzeitig bedeutet dies rund 10 Tonnen weniger Feinstaub, rund 240 Tonnen weniger NOx und rund 40 Tonnen weniger SOx sowie rund 8500 Tonnen weniger CO2.“ Die positive Umweltbilanz ist ein Ergebnis der Planung des Schiffs-Designs von MS „Helgoland“.

Letzteres ist auch eine der vielen Umweltinnovationen zur Minderung der Einträge in die Meeresumwelt. „Wir haben hier nicht nur eine schöne Location, sondern Nachhaltigkeit die gelingt“, kommentiert Nationalparkleiter Peter Südbeck. Er machte weiterhin darauf aufmerksam, dass der grüne Fußabdruck ja nicht sichtbar sei, weshalb MS „Helgoland“ so ein positives Beispiel ist, dass es vorangeht. 

Das neue Helgolandschiff wurde für rund 31,5 Mio. Euro bei der Fassmer-Werft in Berne beauftragt. Das Schiff ist 83 m lang und 12,60 m breit und hat einen Tiefgang von 3,60 m. Der neue LNG-Antrieb verfügt über eine Leistung von 5.000 KW und bringt damit 20 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Das Schiff hat über 1.048 Sitzplätze, die sich auf acht Salonbereiche, ein Atrium mit gläsernem Fahrstuhl über drei Decks sowie drei Oberdecksbereiche verteilen. Es können bis zu zehn Stück Zehn-Fuß-Container oder zwei Zwanzig-Fuß-Container sowie Stückfracht befördert werden. Der schiffseigene Kran kann bis zu 10 Tonnen heben.

Für das innovative LNG-Antriebssystem erhielt die Reederei einen Zuschuss der EU in Höhe von 4,175 Mio. Euro. Die EU-Mittel wurden aus dem TEN-T-Programm der Europäischen Kommission zum Bau und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur in der Europäischen Union bereitgestellt.