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Gastartikel

02.08.2016

„Mein Schiff 4“ – Premierenanlauf in Kiel

„Mein Schiff 4“ – Premierenanlauf in Kiel

 

In den frühen Morgenstunden wurde am 14.5. 2015 das jüngste Flaggschiff der TUI-Flotte in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein mit großem Bahnhof - VIDEO - (mit Wasserfontänen und von Segelyachten begleitet) am Kreuzfahrtterminal Ostseekai würdig empfangen. An Bord der „Mein Schiff 4“ waren anlässlich der Plakettenübergabe für den Erstanlauf Vertreter der Stadt, der Wirtschaft und ein großes Medienaufgebot eingeladen. Seit 2009 war es bereits der 77. Anlauf eines TUI-Schiffes.

Die CEO von TUI Cruises, Frau Wybcke Meier begrüßte bei dieser Gelegenheit den OB der Stadt Kiel, Dr. Ulf Kämper, den Seehafenchef Dr. Jörg Claus und einen Vertreter des Maklers Sartori & Berger herzlich. Kapitän Kjell Holm nahm die beiden Gastgeschenke, einen handgeschmiedeten Poller und Schmuckteller mit Schiffslogo, entgegen und überreichte den Vertretern jeweils einen Glasteller mit Reederei-Emblem als Gegengeschenk.

Es folgte ein gestraffter Durchgang über das vierte „Wohlfühlschiff“. Seine Abmessungen: 15 Decks, 99.500 BRZ groß, 295 Meter lang und knapp 36 Meter breit, sind imposant. Die „Mein Schiff 4“ verfügt über 1.253 Kabinen, (90% Außen- und Balkonkabinen) und hat Platz für 2.500 Passagiere, die von gut 1.000 Crewmitgliedern umsorgt werden. Der 400 Millionen teure TUI- Neubau besitzt einen 1.700 Quadratmeter großen Spa- und Sportbereich, einen Joggingparcours und die Außenfläche misst beachtliche 17.800 Quadratmeter mit einem 25 Meter langen Außen- wie einen Innenpool und nicht zuletzt einen gläsernen „Blauen Balkon“. Allein drei Mio. Euro wurden für eine umfassende Kunstsammlung (zeitgenössische Malerei, Skulpturen und Video-Installationen) investiert. Zudem gibt es ein mehrstöckiges Theater, ein Klanghaus, 13 Bars und Lounges, bei 11 Restaurants & Bistros hat die „Mein Schiff 4“ eine gesamte Restaurantfläche von 4.950 qm (teils rund um die Uhr). Ein Gast, der eine 10-tägige Reise gebucht hat, könnte tagtäglich in einem anderen Restaurant speisen.

Neben dieser Führung übers Schiff bekam ich eine Gelegenheit, mich kurz mit Frau Daniela Likan, Crew Administrator, zu unterhalten. In der Nähe von Salzburg zuhause, absolvierte sie die höhere Touristikschule und entschloss sich bereits nach kurzer Tätigkeit abseits der Hotellerie Österreichs zur Veränderung. Der private Wunsch gern zu reisen und dieses nach Möglichkeit beruflich zu verbinden stand bereits 2009 fest. Ihr Wunsch war es, eine Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff anzutreten. Sie bewarb sich bei den „Sea Chefs“ und konnte sich binnen kurzer Zeit als Bartender auf einem kleineren Schiff einbringen. Danach schaffte es Daniela bei TUI einzusteigen. Nach einem Monat hinter der Bar war eine Möglichkeit gegeben, als eine Stelle im Bereich der Crew Administration frei wurde, sich dorthin zu verändern. Sie brachte die nötigen Kenntnisse und Voraussetzungen mit und mittelseinem  internen „Crosstraining“ waren die Qualifikationen gegeben.

Frau Likan war auf „Mein Schiff 1“, „2“, „3“ und jetzt mit dem Neubau „Mein Schiff 4“ ging es sozusagen auf der Karriereleiter weiter aufwärts. Heute zieren Danielas Achselklappen bereits zwei Streifen, sie hat im Office eine Mitarbeiterin für Schreibaufgaben und bewohnt eine Einzelkabine (Standard für die Crew ist eine Doppelkabine, wo jede/r sein eigenen Fernseher hat). Tätig in einem dreiköpfigen Team plus zwei Teamleiter sind sie für alle Belange der Crew die Ansprechpartner. Ihre Aufgaben sind so vielschichtig, wie die Besatzung unterschiedliche Tätigkeiten ausübt. Über 45 Nationen arbeiten hier, im Hotelbereich, an Deck und in der Maschine für die sie die erste Anlaufstelle an Bord sind. Unerlässlich sind neben der Muttersprache unbedingt eine Fremdsprache – fließend, wobei Daniela neben Englisch, von ihrer Schulzeit her, über gute Grundkenntnisse in Französisch und Spanisch verfügt. Ihre abwechslungsreichen Aufgaben sind interessant, spannend und absolut vertrauensvoll, und es Spaß macht, weil sie mit und für Menschen da ist und bei Problemen nach Lösungen sucht. So kann es sein, dass ein Crewmitglied das Department wechseln will, es Unstimmigkeiten mit den Papieren gibt, Angelegenheiten des Zolls- und der Immigration, wie Hilfe bei Behördengängen, notwendig werden oder last but not least das Gepäck am Flugplatz verloren ging und Lösungen geschaffen werden müssen, da das Schiff den Fahrplan exakt einhalten muss. Durch tausend Mitarbeiter kommt wahrlich keine Langeweile auf.

Das hatte ich während unserer kurzen Unterredung heraushören können. Daniela erhielt in dieser Zeit zwei Anrufe übers Bord-Handy. Auch bekam ich zu hören, dass ihre Arbeitszeit an sieben Tagen in der Woche acht bis zehn Stunden beträgt (anfallende Überstunden werden entlohnt), ein Kontrakt läuft zirka vier Monate und anschließend folgen zwei Monate Freizeit. Natürlich ist bei einem Unternehmen wie TUI die Möglichkeit gegeben, dass man sich für ein bestimmtes „Mein Schiff“ bewirbt, dass gerade in der Karibik oder anderswo im Einsatz ist. Ich wünsche ihr alles Gute und weiterhin viel Freude bei der Arbeit – ja, vielleicht sieht man sich im kommenden Jahr auf der „Mein Schiff 5“ wieder!