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News - Maritime Nachrichten

27.03.2017

PORT OF ROTTERDAM: Forschung zur Nutzung von Bio-LNG im Verkehrssektor

Rotterdam

Der Hafen von Rotterdam und die Nationale LNG-Plattform werden eine gemeinsame Studie beginnen, die sich auf die Möglichkeit konzentriert, LNG aus erneuerbaren Quellen als Transportkraftstoff im Hafen von Rotterdam zu entwickeln. LNG ist deutlich sauberer als andere Brennstoffe, und Motoren, die auf LNG laufen, erzeugen auch weniger Lärm. Die Verwendung von Bio-LNG anstatt regulärem LNG ermöglicht es dem Anwender, die CO₂-Emissionswerte drastisch zu senken.

Es wird erwartet, dass die elektrischen Transportoptionen ein wichtiges Mittel darstellen, um die CO₂-Emissionen im Personenverkehr in den nächsten Jahren zu reduzieren. Aber im Moment sind elektrische Antriebssysteme keine tragfähige Alternative für Binnenschifffahrt, Seeverkehr und Schwerverkehr. 

Im Vergleich zu Dieselkraftstoff und Heizöl ist LNG (flüssiges Erdgas) eine weit sauberere Option mit einem deutlich geringeren Platzbedarf: bis zu 15% geringere CO₂-Emissionen, 85% weniger Stickoxide, null Schwefel und Partikel und weitaus leiser Motoren. Darüber hinaus bietet bio LNG einen weiteren Vorteil: Das emittierte CO₂ ist Teil eines sogenannten kurzen Zyklus: CO₂-Emissionen werden durch die zugehörige CO₂-Aufnahme tatsächlich neutralisiert. Mit anderen Worten, bio LNG ist eine nachhaltige Option, die sowohl als eigenständiger Treibstoff genutzt oder mit fossilbasiertem LNG gemischt werden kann.

LNG wird bereits als Transportkraftstoff für den Schifffahrt und den schweren Straßenverkehr vom Torterminal (betrieben von Gasunie und Vopak) im Hafen von Rotterdam geliefert. Die Hafenbehörde und die Nationale LNG-Plattform werden nun gemeinsam die Chancen untersuchen, Bio-LNG als Transportkraftstoff im Hafen von Rotterdam zu entwickeln. Im Hinblick auf die LNG-Plattform richtet sich diese Partnerschaft sehr gut auf den aktuellen LNG-Pakt aus.

Die Studie kann in drei Schlüsselelemente unterteilt werden. Zunächst einmal die bestehende und erwartete Verfügbarkeit von Produktionstechnologien und -prozessen in der Zeit bis 2030. Zweitens ist eine Marktstudie mit Szenarien, die in die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe und die zukünftige Entwicklung der Nachfrage einfließen. Und schließlich Geschäftsfälle für die Produktion, den Transport und die Umladung von Bio-LNG im Hafengebiet von Rotterdam.

Insgesamt acht Unternehmen, die Mitglieder der Nationalen LNG-Plattform sind, unterstützen die Studie mit ihrem technischen, rechtlichen und finanziellen Know-how und dem Marktwissen. Die Partner zielen darauf ab, die Studie bis zum zweiten Halbjahr 2017 abzurunden. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse wird entschieden, ob - und wenn ja, in welcher Form - Rotterdam ein Bio-LNG-Programm entwickeln wird.