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News - Maritime Nachrichten

19.02.2017

TÜV-SÜD: Überwachung der CO2-Emissionen von Schiffen

München

Am 1. Juli 2015 trat die Verordnung (EU) 2015/757 in Kraft. Sie soll die CO₂-Emissionen von Hochseeschiffen in die Treibhausgaserfassung der EU einbeziehen und helfen den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Schifffahrtsunternehmen (Eigner oder Charterer) laut Verordnung ein Monitoringkonzept für jedes ihrer Schiffe erstellen. Diese dienen der Überwachung und Berichterstattung von CO₂-Emissionen und Transportdaten.

CO₂-Emission Schiffe: Für wen ist die Verordnung (EU) 2015/757 relevant?

Die Verordnung (EU) 2015/757 betrifft alle Schiffe mit einer Bruttoraumzahl (BRZ) von mehr als 5.000, die Güter oder Personen gewerblich befördern. Dabei ist es unerheblich wo ein Schiff gemeldet ist, unter welcher Flagge es fährt oder wo sein Heimathafen liegt. Die Verordnung greift für alle Schiffe, die einen Hafen im Hoheitsgebiet eines EU-Staats anlaufen und oder von dort auslaufen. In die Erfassung gehen die Emissionen aller Fahrten von oder zu einem EU-Hafen ein sowie die Emissionen beim Aufenthalt. 

Überwachung der CO₂-Emissionen durch Schiffe nach Verordnung (EU) 2015/757: Was ist zu tun?

  • Entwicklung Monitoringkonzept bis 31.08.2017
  • Prüfung und Konformitätsbescheinigung durch akkreditierte Prüfstelle bis 31.12.2017
  • Datenerfassung ab 01.01.2018
  • Emissionsbericht jährlich, erstmals zum 30.04.2019

Ein Monitoringkonzept nach Verordnung 2016-1927 muss umfangreiche Angaben enthalten. Dazu zählen u. A. die Identifikation des Schiffes, der Schiffskategorie, die Beschreibung der CO₂-Emissionsquellen und insbesondere die angewandten Methoden zur Bestimmung des Kraftstoffverbrauchs, die zur Berechnung der CO₂-Emissionen des Schiffes dienen.

Für die Bestimmung von Transportdaten gibt Verordnung 2016-1928 die Einführung bestimmter Verfahren vor. Anhand dieser Prozeduren lassen sich Fahrdaten (Hafen, Zeit, Strecke) und Ladungsdaten (Gewicht, Volumen, Passagiere je nach Schiffskategorie) erfassen. Schifffahrtunternehmen haben dabei die Pflicht ihre Methoden zur Datenerfassung, -verarbeitung, -übertragung und -speicherung zu beschreiben. Fehlen Daten bei der Kontrolle, müssen die Unternehmen diese vervollständigen.

Den Schifffahrtsunternehmen bleibt bis 31. August 2017 Zeit, ihre Konzepte bei einer akkreditierten Prüfstelle wie TÜV SÜD Industrie Service GmbH vorzulegen. Ob ein Überwachungssystem den MRV-Anforderungen genügt, bestätigt eine Konformitätsbescheinigung durch die Prüfstelle. mehr...