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News - Maritime Nachrichten

04.10.2016

COSTA IN VENEDIG: Wegen Luftverschmutzung verurteilt

Venedig

Das Zivilgericht der Lagunenstadt Venedig, hat Costa Crociere zu einer Geldbuße von 30.023 Euro in zweiter Instanz verurteilt. Wie die amtierende Präsidentin des Gerichtes, Dorotessa Lina Tosi in ihrer Urteilsverkündung anmerkte "für rücksichtslose Opposition" (gemeint ist wohl die Tatsache das Costa das Urteil der ersten Instanz nicht akzeptieren wollte und in die Berufung ging)...

...wie italienische Medien ausführlich berichteten. 

Am 22. Mai 2015, hatte die Capitanerie di Porto  Proben der Abgase aus dem Schornstein der MS COSTA neoCLASSICA, die am Cruise Terminal lag, gesammelt und diese im Labor untersuchen lassen. Der Kapitän der Costa neoClassica stellte das Messergebnis in Frage.  

Die Laboranalyse ergab ein Schwefelgehalt von 2,80 %, fast das doppelte des gesetzlich festgelegten Grenzwert von 1,5 %. Daraufhin wurde eine Strafe von 30.026,40 Euro verhängt. Costa wollte da nicht akzeptieren und ging in die Berufung. Costas Verteidiger argumentierten, wie es auch AIDA, sowie der Dachverband CLIA Deutschland immer wieder tun, das das Messverfahren nicht anerkannten Standards entspricht, insbesondere wenn NABU wieder über die Kreuzfahrtbranche berichtet 

Die Richterin wollte dem üblichen Argument der Costa Verteidigung nicht folgen, bestätigte das urteil der ersten Instanz und verhängte zusätzlich 3.000 Euro wegen "  rücksichtslose Opposition".  

 In den vergangenen Monaten wurden bereits fünf Mal Schiffe von Kreuzfahrtreedern, so auch MSC in Genua, wegen Luftverschmutzung in italienischen Häfen verurteilt.  

Sollten die Reeder weiterhin gegen geltende Gesetze verstoßen, so drohen die Behörden ihnen die Genehmigung entziehen, italienische Häfen anzulaufen.      

Seit 2007 gibt es eine Vereinbarung in Venedig, zischen der Kommune, Hafenbehörde und Kreuzfahrtreedereien " VENICE BLUE FLAG", wonach die Schiffe bereits bei der Einfahrt in die Lagune, ab dem Lido, nur noch Brennstoff mit einem Gehalt von weniger als 0,1 % Schwefel benutzen, deutlich geringer als die EU und italienische Regulierung es vorsieht.