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News - Maritime Nachrichten

20.11.2016

Ein Blick in die Kristallkugel: die Kreuzfahrt-Trends 2017

Ahrensburg

Malte Köster, Geschäftsführer eines Online-Reisebüros - "kreuzfahrtberater.de " - hat seine Kristallkugel tüchtig poliert und erstaunliches erfahren: „Im Jahr 2017 werden erstmals mehr als 2,5 Millionen deutsche Kreuzfahrtpassagiere erwartet“!

Diese Pronose dürfte weltweit ein Bestell-Orgie auslösen.

 

Frühe Buchungen für durchschnittlich 3.500 Euro

Aufgrund der starken Nachfrage gibt es im Kreuzfahrtsegment immer weniger Last-Minute-Schnäppchen – der Trend geht daher zur frühzeitigen Reiseplanung. „Im November 2016 konnten wir weit über 1.000 Gäste verzeichnen, die bereits eine Kreuzfahrt bereits für das Jahr 2018 gebucht haben“, so Geschäftsführer Malte Köster von kreuzfahrtberater.de. „Im Durchschnitt dauert eine Reise dann 10 Tage und kostet circa 3.500 Euro.“

All-in statt alles Extra

„An Bord setzt sich das Konzept ,Einmal zahlen – alles genießen‘ immer stärker durch“, weiß der Kreuzfahrtexperte. „Deutsche Urlauber möchten am liebsten schon vor Reisebeginn genau wissen, welche Kosten sie insgesamt erwarten. Zusätzliche Gebühren für das leibliche Wohl oder Servicepauschalen sind ungern gesehen.“ Glücklicherweise beugen sich viele Reedereien den Wünschen ihrer Gäste, sodass immer mehr Schiffe nicht nur auf All-inclusive-Angebote setzen, sondern auch Trinkgelder in den Gesamtpreis einrechnen.

Mehr Animation und Freizeitattraktionen

Auch 2017 kommen wieder einige neue Kreuzfahrtschiffe. Dabei gilt: größer, ausgefallener und von allem noch ein wenig mehr. So warten die neuen Ozeanriesen mit immer verrückteren Attraktionen auf – von Riesenrutschen über einem digitalen Himmel in der Indoor-Promenade bis hin zum Flugzeugsimulator an Bord. „Das Schiff wird immer mehr zur Destination“, erzählt Malte Köster. „Bei unseren Kunden ist zu beobachten, dass viele Pauschaltouristen, die bisher Urlaub im Hotel gemacht haben, die Kreuzfahrt für sich entdecken.“ Und diese wünschen sich abwechslungsreiche Unterhaltung und Animation, besonders während der Seetage.

Klasse statt Masse

„Gleichzeitig lässt sich ein entgegengesetzter Trend zu kleineren Schiffen beobachten, vor allem im Luxussegment“, so der Geschäftsführer von kreuzfahrtberater.de. Viele der Schiffe, die weniger als 500 Passagiere mitnehmen, sind für deutsche Reedereien unterwegs. Diese Größe bietet alle Vorteile der kleinen Passagierzahlen, verbunden mit mehr Ausstattung. Besonders beliebt sind hierbei übrigens die Segelkreuzfahrten, die ebenfalls zum Segment gehören.

Reiseziele von Jahreszeit abhängig

Auch in Hinblick auf die Reisegebiete lassen sich Tendenzen ausmachen: So verzeichnet das Onlineportal kreuzfahrtberater.de in den Wintermonaten bevorzugt Buchungen für Fahrtgebiete in die Karibik, Dubai und Asien. Während des Sommerhalbjahrs stehen Reiseziele wie eine Tour durch das Mittelmeer, in die Norwegischen Fjorde, durch die Ostsee und nach Großbritannien weit oben auf der Beliebtheits-Skala. Auch für ausgefallenere Reiserouten wie Südamerika, Alaska oder Australien steigt dann die Nachfrage.

Umweltfreundlicher reisen

In der Regel sind die Neubauten 2017 größer als ihre Vorgänger, gleichzeitig aber umweltfreundlicher. „Bestehende Schiffe werden mit Abgasnachbehandlungsanlagen nachgerüstet“, so Malte Köster. „Diese aufwendigen und großen Systeme in bestehende Schiffe einzubauen, ist jedoch recht aufwendig und benötigt Zeit.“ Immerhin fahren in Europa bereits 75 Kreuzfahrtschiffe mit derartigen Anlagen. 

Cruisefucius asks: Trend zu kleineren Schiffen?