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News - Maritime Nachrichten

27.07.2016

Dem Gesetzgeber sei Dank: Kreuzfahrtindustrie treibt Umweltschutz weiter voran

CLIA

Der Schutz der Umwelt ist für die Kreuzfahrtbranche sehr wichtig. „Obwohl Kreuzfahrtschiffe weniger als ein halbes Prozent der weltweiten Schifffahrt ausmachen, ist unsere Branche Vorreiter im maritimen Umweltschutz.

Abgasreinigungssysteme als Meilenstein

In den vergangenen Jahren haben Kreuzfahrtgesellschaften mehr als eine Milliarde US-Dollar investiert, um innovative Umwelttechnologien und -maßnahmen zu entwickeln sowie den Einsatz von saubererem Treibstoff voranzutreiben, um den Schadstoffausstoß noch weiter zu reduzieren. Ein besonderer Meilenstein ist die Entwicklung von Abgasreinigungssystemen für Kreuzfahrtschiffe, durch die sich die Schadstoffemissionen wie Stickoxide, Schwefeloxide und Rußpartikel drastisch um rund 90 Prozent und mehr reduzieren. Nicht nur Neubauten werden mit den neuen technischen Standards ausgestattet. Auch bestehende Schiffe werden derzeit und in naher Zukunft entsprechend nachgerüstet. - VIDEO -

Emissionsarme Treibstoffalternative LNG

Eine weitere vielversprechende Lösung ist LNG (Liquefied Natural Gas) als emissionsarme Treibstoffalternative für Kreuzfahrtschiffe während der Liegezeit im Hafen und während der Fahrt. Der große Vorteil von LNG ist, dass Schadstoffe wie Schwefeloxide oder Rußpartikel erst gar nicht entstehen. Stickoxide werden um 80 Prozent, Kohlendioxide um 30 Prozent reduziert.

Die ersten Schiffe mit LNG-Antrieb wurden in Auftrag gegeben. CLIA-Mitgliedsreedereien werden in den kommenden Jahren rund acht Milliarden US-Dollar in LNG-betriebene Kreuzfahrtschiffe investieren.

Wasseraufbereitung und Abfallverwertung an Bord

Alle CLIA-Mitgliedsreedereien haben sich freiwillig dazu verpflichtet, kein ungeklärtes Schwarzwasser in die Meere einzuleiten. Damit gehen sie über die gesetzliche Regelung hinaus.

CLIA und seine Mitgliedsreedereien unterstützen zudem die über die Konferenz der Ostseeanrainerstaaten (HELCOM) initiierten Initiativen der IMO (International Maritime Organization) und die in der MARPOL-Anlage IV festgelegten Vorschriften, nach denen in Zukunft Schiffsabwässer in den Häfen der Ostseeanrainerstaaten an Land abgegeben werden müssen. Diese Regelungen sollen spätestens im Jahr 2021 für alle Passagierschiffe gelten. „Damit Abwasser in Häfen angemessen entsorgt werden kann, müssen diese eine geeignete Infrastruktur vorhalten, die große Mengen Abwasser in kurzer Zeit aufnehmen kann. Die meisten Häfen der Ostseeanrainerstaaten haben noch deutlichen Nachholbedarf, um den Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Helge Grammerstorf, National Director von CLIA Deutschland. Deshalb führt der Kreuzfahrtverband CLIA während der laufenden Sommersaison in den Ostseehäfen eine eigene Untersuchung durch, um das Abwasseraufkommen an Bord der Kreuzfahrtschiffe empirisch zu ermitteln. Dieses Projekt wird anlässlich einer Reihe von Präsentationen in verschiedenen Häfen und auf dem internationalen Workshop zu Annahmeeinrichtungen in den Ostseeanrainer-Häfen am 30. Juni 2016 in Kiel vorgestellt. „Mit dieser Simulation helfen wir den Häfen dabei, zu erkennen, welche Infrastruktur erforderlich ist, um Abwasser von Kreuzfahrtschiffen entgegennehmen zu können und somit eine faktenbasierte Diskussion mit Häfen und Behörden zu unterstützen“, so Grammerstorf.

CLIA-Mitgliedsreedereien haben sich auch dazu verpflichtet, keinen Müll inner- und außerhalb von Schutzzonen in die Meere einzuleiten, selbst wenn es nach internationalen Vorschriften erlaubt ist. Um eine rechtlich einwandfreie Abfallbehandlung nachweisen zu können, müssen Kreuzfahrtgesellschaften darüber Buch führen. Kreuzfahrtschiffe sind mit modernen Abfallverwertungsanlagen ausgestattet. Dadurch können sie jährlich rund 80.000 Tonnen Papier, Plastik, Aluminium und Glas recyceln. Pro Person wird auf Kreuzfahrtschiffen 60 Prozent mehr Müll recycelt als bei Menschen an Land.

CLIA befürwortet einen ganzheitlichen Ansatz und fordert alle betroffenen Parteien dazu auf zusammenzuarbeiten und dazu beizutragen, dass weitere deutliche Fortschritte bei Lösungen für den Umweltschutz gemacht werden können – vor allem im Hinblick auf Schadstoffemissionen, Müll und Abwasserentsorgung.