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News - Maritime Nachrichten

11.12.2016

Naturparadiese rund um die Ostsee: Bären, Beeren und die Jagd nach dem Polarlicht

Tallin

Wer außerhalb der Hauptreisesaison nach Skandinavien und das Baltikum reist, der lernt dort nicht nur Städte wie Stockholm, Tallinn, Helsinki und Riga von einer besonders herzlichen, fast privaten Seite kennen, auch die Natur präsentiert sich in ihrer vollen Pracht. Ob direkt an der Küste oder im Landesinneren – ganze Landschaften scheinen menschenleer.

Einen besonderen Reiz bietet dabei die Kombination aus verschiedenen Destinationen rund um die Ostsee, wie sie von der Ostseereederei Tallink Silja angeboten wird. Mit den Tallink Silja CityCruises können Reisende ihren Ostseeurlaub nach eigenen Vorlieben individuell gestalten, dabei die schönsten Orte und Landschaften Schwedens, Finnlands, Estlands und Lettlands erleben und entdecken.

Als Häfen werden Stockholm, Helsinki, Turku, Tallinn und Riga und die Åland-Inseln angefahren. Elf Kreuzfahrtfähren sind täglich auf sechs Routen zwischen den Häfen im Einsatz. Neben den Schiffen betreibt die Reederei fünf Hotels in Tallinn und Riga. Von allen angefahrenen Ostseestädten aus können individuell Exkursionen ins Hinterland gestartet werden. Das Angebot hierfür ist groß. Wo die Minikreuzfahrt starten soll, können die Gäste dabei frei wählen. Sämtliche Bausteine der Reise lassen sich individuell zusammenstellen. 

An Land angekommen, geht es weiter in das atemberaubende Umland der Hafenstädte. Hier bietet jedes Land seine ganz besonderen Highlights und Naturabenteuer. Saskia Münzberg, PR & Marketing Manager bei Tallink Silja, verrät ihre ganz persönlichen Highlights.

Estland: Land unter im Nationalpark – auf Safari mit dem Kajak 

Nicht nur die estnische Landespolitik hat sich voll und ganz dem Schutz der Natur verschrieben. Die Naturverbundenheit wird hier auch von großen Teilen der Bevölkerung tagtäglich gelebt. Der Anbau von Obst und Gemüse, stets auf Biobasis, ist selbst für Städter eine leidenschaftliche Freizeitbeschäftigung, die der Selbstversorgung oder sogar einem kleinen Zubrot dient. So manchen Städter zieht es an den Wochenenden oder in den Ferien in das eigene Wochenendhäuschen auf dem Lande. Entsprechend groß ist auch für den Individualreisenden die Auswahl an privat oder gewerblich vermieteten Ferienhäusern. Viele Esten leben dabei in unmittelbarer Nähe zu Mooren und Wäldern. Kein Wunder – etwa die Hälfte des Landes ist bewaldet, ein Viertel steht unter Naturschutz. Rund 20 Prozent Estlands sind Moore. 

Ein Highlight für Naturfreunde sind dabei die geführten Wanderungen durch Wälder und Feuchtgebiete. Mit erfahrenen Parkrangern an der Seite sind die Chancen, selten gewordene Tiere wie den Vielfraß, Luchse, Biber, Flughörnchen und sogar Wölfe vor Fernglas und Fotokamera zu bekommen, besonders groß. Selbst Bären sind hier keine Seltenheit. Rund 700 Bären sollen hier leben. In Alutaguse, im Osten des Landes, zwischen Peipussee und Lahemaa-Nationalpark, werden sie besonders häufig gesichtet. Für die Beobachtung eignen sich eigens für Übernachtungen eingerichtete Bärenhütten, die man von Ende April bis Anfang Juli und Ende August bis Ende Oktober buchen kann. Danach ist der Bär im Winterschlaf und auch in den gut isolierten, aber unbeheizten Hütten wird es zu kalt.

http://www.baltikumnaturreisen.de/brown-bear-2/brown-bear-hide-rent/ 

Wer die Natur ohne Begleitung durch einen Ranger auf eigene Faust erkunden will, sollte allerdings auf befestigten Wegen bleiben. Das gilt besonders für die Moore. So führt etwa im Soomaa-Nationalpark ein erhöhter und gut beschilderter Rundweg auf Holzbohlen den Besucher trockenen Fußes durch die Moorlandschaft. Beim Blick vom Aussichtsturm kann man die Pracht und Vielfalt der Natur intensiv genießen. Tiefschwarze Moorseen, sattgrüne Gräser und je nach Jahreszeit farbige Heidegewächse und rote Preiselbeeren – in nahezu vollkommener Stille wird der Mensch eins mit seiner Umwelt. 

Zum Ende des estnischen Winters, etwa Mitte März bis Mitte April, zeigt sich dort ein wohl europaweit einmaliges Schauspiel. Die Flüsse werden durch den abschmelzenden Schnee überflutet und verwandeln den Nationalpark in eine einzigartige Wasserwelt, in dem alle festen Konturen inklusive Landstraßen und Wege verschwinden. Eine fachkundig geführte Tour mit dem Kanu und Kajak bietet eine tolle Möglichkeit, dieses Naturschauspiel einmal direkt und unmittelbar zu erleben.

https://www.visitestonia.com/de/kajaktour-bei-hochwasser-im-nationalpark-soomaa 

Lettland: Abenteuer mit Vögeln und Pferden 

Ebenso wie Estland ist auch Lettland von ursprünglichen Landschaften geprägt. Landschaftsschutz und die Pflege von großen Waldgebieten haben hier eine sehr lange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert erließen die damaligen Herrscher erste Gesetze zum Umgang mit der Natur. Im 19. Jahrhundert wurden die baltischen Küstendünen wiederaufgeforstet, um die Verkarstung großer Landflächen aufzuhalten. Mit über 12.500 Flüssen und 2.256 Seen, die jeweils größer als ein Quadratkilometer sind, ist man eigentlich überall in Lettland in unmittelbarere Wassernähe. Nicht nur für Angler bedeutet das paradiesische Zustände. Lettland ist eine der wenigen Gegenden in der Ostseeregion, in denen Lachse noch in natürlicher Umgebung laichen.

Für Hobbyornithologen bietet die Nähe zur Küste viele Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Für die einfache Beobachtung von Meeresvögeln reicht bereits eine Taxifahrt vom Rigaer Zentrum zur Mole Mangalsala, dem Meerestor von Riga. In Pape an der kurländischen Küste gibt es eine ornithologische Station, wo man Schwäne, Rohrdommeln, Turmfalken und verschiedene Grasmücken beobachten kann. 

Auch abseits der Küste zeigt sich Lettland als wahres Vogeleldorado. Hier leben Europas größte Populationen von Schwarzstörchen und Schreiadlern. Viele Vogelarten nisten in den Sümpfen und Mooren, zum Beispiel Kraniche, Goldregenpfeifer, Birkhühner, Regenbrachvögel, Merline und Wanderfalken. Eine Anlaufstelle für alle Vogelfreunde ist die ornithologische Gesellschaft Motacilla.

http://motacilla.lv/ 

Pferdefreunde kommen kurz vor der Grenze zu Litauen, im Pape-Naturpark auf ihre Kosten. Dort sind seit einigen Jahren wieder zwei der letzten Urpferdarten, die eurasischen Wildpferde oder Tarpane und das Przewalski-Pferd ausgewildert. Bei Begleitung durch erfahrene Parkranger sind Begegnungen und sogar Fütterungen der halbwilden Pferde möglich. Ein imposantes Schauspiel: Direkt nebenan grasen riesige ursprüngliche Heckrinder – optisch dem Auerochsen ähnliche, sehr robuste freilebende Rinder, die hier vom Menschen autark die wilden Kräuterwiesen beweiden.

http://www.latvia.travel/de/sehenswurdigkeit/naturpark-papes 

Finnland: Rentiere, Goldsuche und Hundeschlitten

Mit über 60.000 Seen und einem nahezu menschenleeren Norden ist Finnland ein Paradies für alle, die einen Urlaub fernab von Massentourismus suchen. Bereits 25 Kilometer hinter der quirligen Hafenmetropole Helsinki liegt der Nationalpark Nuuksio mit weiten Wäldern, tiefen Schluchten und Tälern und ungebändigten Wildbächen samt großartiger Wasserfälle. Anders als in den baltischen Ländern mit ihrer eher flachen, von Mooren geprägten Landschaft haben hier bereits vor Jahrtausenden die Gletscher der Eiszeit tiefe Furchen in die Landschaft gefräst.

Der Nuuksio-Nationalpark wird dabei auf ganz unterschiedliche Arten erfahren – zu Fuß, mit dem Kanu, aber auch per Hundewagen oder Schlitten. Je nach Jahreszeit ziehen sibirische Huskys entweder kleinere Wagen oder traditionelle Schlitten durch die Landschaft. Auf den durch erfahrene Hundeführer begleiteten Touren können die Besucher auch einmal selbst die Fahrzeuge lenken und erfahren nebenbei nicht nur eine ganze Menge über die Symbiose zwischen Mensch und Schlittenhund, sondern auch über die atemberaubende finnische Natur.

http://www.visitfinland.com/de/mystay/3421/

Noch mehr Ruhe finden erlebnishungrige Urlauber im Norden Finnlands oder besser gesagt in Lappland, nördlich des Polarkreises. Und mit ein wenig Glück eben nicht nur das, sondern auch echtes Gold: Mitte bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts brach in Lappland ein wahrer Goldrausch aus. An den Flüssen Lemmenjoki oder Ivalojoki ist es noch heute selbst Amateuren bisweilen vergönnt, ein wenig Goldstaub oder das ein oder andere kleine Nugget aus dem Flusssand zu waschen. Das ist weit mehr als eine Touristeninszenierung: Das größte je von einem Besucher gefunden Nugget wog mehr als 39 Gramm! Wer dabei lieber zuschauen möchte, kann auch das: In Tankavaara finden jedes Jahr aufs Neue die internationalen Meisterschaften im Goldwaschen statt.

http://www.tankavaara.fi/index.php/en/

Wer statt Gold im Wasser lieber funkelnde Edelsteine am Himmel bewundern möchte, der kann auf der Jagd nach dem Nordlicht Lappland leicht erwandern. Verloren geht trotz weitläufiger Landschaft hier keiner. Warme Winterkleidung und je nach Jahreszeit und körperlicher Fitness mit Schneeschuhen, Langlaufski oder Motorschlitten vorausgesetzt, steht ein über 2.000 Kilometer langes Netz an sorgsam gepflegten und markierten Wegen, Rastplätzen, Feuerstellen und reservierbaren Hütten zur Verfügung. Für gewünschte Gesellschaft sollte man dabei allerdings selbst sorgen – auf 99.000 Quadratkilometer leben hier rechnerisch im Schnitt gerade einmal zwei Menschen pro Quadratkilometer. Die Rentiere sind hier also klar in der Überzahl.

http://www.laplandsafaris.com/de/aktivitaeten-in-lappland/nordlicht 

Schweden: Königliches Stadtwild und Angelabenteuer im Schärengarten

Auch wenn die Wildnis in Schwedens Norden ebenso atemberaubend ist wie nebenan in Finnland, bietet das Land von Pippi Langstrumpf und Bullerbü auch für den Kurztrip übers Wochenende ausreichend Abenteuerpotenzial. In Schweden fängt die Wildnis bereits in der Stadt an. Vorausgesetzt, man ist im Stockholmer Königlichen Nationalstadtpark Ekoparken, dem weltweit ersten seiner Art. Auf 27.000 Quadratkilometern rund um den Brunnsviken tummeln sich Füchse, Dachse, Marder, Rotwild und Reiher. Hunderte Vogel- und elf Fledermausarten begeistern Fotografen und Naturbeobachter. Das Parkgebiet verteilt sich auf 19 Quadratkilometer Landfläche und acht Quadratkilometer Wasser. Die umliegenden Inseln Skeppsholmen, Kastellholmen, Beckholmen und Fjäderholmarna sind ebenfalls Teil des Parks.

Eine perfekte Art, den Ekoparken zu erkunden, ist auch hier das Kajak. Eine Boots- oder Schifffahrt, ob mit eigener Kraft oder motorisiert, sollte für naturliebende Schwedenurlauber zum Standardprogramm gehören. Der See Mälaren, der Stockholm umgibt, ist das Tor zur Ostsee mit wunderbar klarem Wasser und einer je nach Wetterlage teilweise spiegelglatten Wasseroberfläche. Der Schärengarten fasziniert zu jeder Jahreszeit nicht nur Wassersportler, sondern auch Angler, die hier prächtige Barsche, Meeresforellen, Zander, Seehechte oder Makrelen von den flachen, blankgeschliffenen Felsen oder kleinen Motorbooten angeln.

Ohnehin ist Schweden ein wahres Anglerparadies. In Tausenden von Seen leben rund 40 verschiedene Fried- und Raubfischarten, in den Flüssen können zum Beispiel große Lachsforellen oder Äschen geangelt werden. Für Lachsangler ist der südschwedische Fluss Mörrumsa in der Provinz Blekinge weltweit legendär. Übrigens: An der Küste und zwischen den Schären und in den vier großen Binnenseen Vänern, Vättern, Mälaren, Hjälmaren und Storsjön ist das Angeln auch ohne Fischerei- oder Angelschein für jedermann möglich. An allen anderen Gewässern wird eine recht günstige sogenannte Fiskekort benötigt, die man in kleineren Lebensmittelläden, Tankstellen oder sogar online kaufen kann.

http://www.sveaskog.se/jakt-fiske-och-friluftsliv/fiske/kop-sveaskogs-fiskekort/.

Wer bei seinem Angelabenteuer auf Nummer sicher gehen will, der verlässt sich vor Ort auf einen Angelführer: Profiangler, die nicht nur die besten Fanggründe kennen, sondern auch mit eigens ausgerüsteten Booten die Ostsee vor der Küste durchkreuzen – auf der Suche nach den wirklich „dicken“ Fischen oder ein wenig Entspannung nach einem kleinen Anglerabenteuer. Im Schärengarten ist beides garantiert, auch und gerade in der Nebensaison.

http://www.dinfiskeguide.se/english/deutsch/

„Wenn unsere Schiffe in der Abendsonne durch die malerische Schärenlandschaft gleiten und sich Hunderte von Inseln im Wasser spiegeln, hat diese Region eine fast magische Ausstrahlung. Dann wird es ganz still, fast schon andächtig an Bord“, schwärmt Saskia Münzberg abschließend. „An Bord der Kreuzfahrtfähren wird die Natur besonders intensiv erlebt. Der Geruch des Meeres. Möwengeschrei. Die Dünung der Wellen. Der ohne störende Stadtlichter intensiv funkelnde Sternenhimmel. All das sorgt schlagartig für Entschleunigung. Und wenn in den Wintermonaten mit ein wenig Glück die Polarlichter ihre Magie entfalten, werden unsere Schiffsdecks zur riesigen Freilichtbühne.“